Auch dieser Modus baut auf dem normalen Guess-Ladder-Brett auf – 30 Felder, dieselben Rutschen, dieselben Wettfelder. Der Unterschied liegt zwischen den Runden. Dort wird jemand ausgewählt, bekommt eine persönliche Frage und dazu einen geheimen Auftrag: entweder ehrlich antworten oder sich etwas ausdenken. Die anderen sehen nur die Antwort und müssen entscheiden, was davon stimmt.
Das ungleiche Verhältnis ist der Kern des Modus. Bei einer Chance von 50 zu 50 wäre die Abstimmung ein Münzwurf und die Antwort egal. Bei 80 zu 20 ist die vernünftige Grundannahme immer „das stimmt wahrscheinlich" – und genau dagegen muss man argumentieren, wenn einem etwas komisch vorkommt.
Für die Person am Zug dreht sich die Aufgabe damit ebenfalls um. In den meisten Runden ist sie ehrlich und wird trotzdem beobachtet, als könnte sie lügen. Wer eine wahre, aber unglaubwürdige Geschichte zu erzählen hat, hat hier den besten Abend seines Lebens.
Nichts. Die Einlage bewegt keine Figur – weder die der schreibenden Person noch die der Abstimmenden. Sie ist eine soziale Unterbrechung zwischen zwei Schätzrunden, kein Wettbewerb innerhalb des Wettbewerbs. Wer gewinnt, entscheidet sich weiterhin auf dem Leiter-Brett.
Genau deshalb kann man hier ehrlich sein, ohne etwas zu riskieren. Es gibt keinen Anreiz, sich hinter einer langweiligen Antwort zu verstecken.
Gespielt wird auf den gewohnten 30 Feldern mit Wettfeldern auf 12, 20 und 28 sowie Rutschen von 9 auf 5 und von 27 auf 23. Alles, was auf der Guess-Ladder-Seite zu Platzierungen, Wetten und Split or Steal steht, gilt hier unverändert.
Eine erfundene Geschichte, die zu 90 Prozent aus echten Details besteht, ist praktisch nicht zu erkennen. Wer komplett neu erfindet, verheddert sich in der eigenen Erzählung.
Eine sehr saubere, sehr passende Antwort wirkt konstruiert. Wer die peinlichen Details mitliefert, wird eher geglaubt.
Vier von fünf Antworten sind ehrlich. Wer bei jeder zweiten Runde auf Lüge tippt, liegt statistisch meistens falsch – auch wenn es sich im Moment richtig anfühlt.