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Guess Ladder

Guess Ladder ist der Modus, der dem Spiel den Namen gibt. Alle bekommen dieselbe Schätzfrage, alle antworten gleichzeitig mit einem Schieberegler – und danach klettern die Figuren unterschiedlich weit die Leiter hoch. Man muss nichts wissen, um zu gewinnen. Man muss nur näher dran sein als die anderen.

Das Spielbrett

Die Leiter hat 30 Felder. Alle starten auf Feld 0, wer zuerst Feld 30 erreicht, hat gewonnen. Das Brett ist aber nicht leer: Beim Spielstart wird zufällig eine von drei Karten gezogen, und jede Karte verteilt Rutschen und Wettfelder anders. Dieselbe Partie zweimal zu spielen ergibt also nie exakt denselben Verlauf.

KarteRutschenWettfelder
Karte 19 → 5 und 27 → 2312, 20, 28
Karte 27 → 4 und 21 → 176, 10, 24
Karte 314 → 10, 20 → 17 und 26 → 2213, 22, 28

Eine Rutsche zieht dich nicht automatisch nach unten – sie stellt dir erst eine Frage. Wer auf einem Rutschenfeld stehen bleibt, bekommt eine Frage mit Antwortmöglichkeiten gestellt:

Besonders bitter ist das kurz vor dem Ziel: Die Rutsche auf Feld 27 wirft dich um vier Felder zurück, wenn du schon fast oben warst. Landest du nach dem Rutschen auf einem Wettfeld, wird dort ganz normal die Wette ausgelöst.

Der Rundenablauf

  1. Die Frage erscheint. Immer eine Zahl, die geschätzt werden muss – zum Beispiel, wie viele Käsesorten es in Frankreich gibt. Der Schieberegler hat einen Mindest- und einen Höchstwert, du bewegst ihn irgendwohin dazwischen.
  2. 20 Sekunden laufen. Alle antworten gleichzeitig und sehen nicht, was die anderen tippen. Wer nichts abgibt, wird wie ein Totalausfall gewertet.
  3. Auflösung. Die richtige Antwort wird gezeigt, und alle werden nach dem Abstand zu dieser Zahl sortiert. Bei exakt gleichem Abstand entscheidet, wer zuerst abgeschickt hat.
  4. Die Figuren ziehen. Je nach Platzierung geht es vorwärts, gar nicht oder zurück.
  5. Sonderfelder werden ausgelöst. Rutschen zuerst, danach Wetten, danach die nächste Runde.

Wie viele Felder bringt welcher Platz?

PlatzierungSchritte
1. Platz+3 Felder
2. Platz+2 Felder
3. Platz+1 Feld
Mittelfeld0 Felder
Letzter Platz (ab 4 Spielern)−1 Feld

Zu zweit gilt eine vereinfachte Regel: Wer näher dran ist, bekommt +3, die andere Person +1. Niemand geht rückwärts.

Kommt eine Frage mit Auswahlmöglichkeiten oder eine Frage mit einer festen Textantwort, wird nicht nach Nähe sortiert: Richtig sind +2 Felder, falsch bleibt stehen.

Alleine spielen

Guess Ladder lässt sich auch solo spielen. Dann gibt es keine Platzierung, sondern eine Toleranz: Eine exakte Antwort bringt +3 Felder, ein Fehler bis 20 Prozent bringt +2, bis 40 Prozent noch +1. Zwischen 40 und 80 Prozent daneben bleibst du stehen, über 80 Prozent geht es ein Feld zurück. Das ist der ehrlichste Weg, herauszufinden, wie gut man wirklich schätzt.

Wettfelder

Landet jemand auf einem Wettfeld, unterbricht das die normale Runde und alle spielen mit. Zuerst setzt jede Person verdeckt einen Einsatz zwischen 0 und 3 Feldern. Dann kommt eine zusätzliche Schätzfrage.

Danach wird abgerechnet: Die vordersten Ränge gewinnen ihren Einsatz als Felder dazu, die hintersten verlieren ihn. Wie viele das sind, hängt von der Gruppengrösse ab:

SpielerGewinnenVerlieren
2–3der beste 1der letzte 1
4–5die besten 2die letzten 2
6–8die besten 3die letzten 3

Wer 0 setzt, kann nichts verlieren – aber auch nichts gewinnen. Wer 3 setzt und danebenliegt, verliert drei Felder auf einen Schlag. Kurz vor dem Ziel ist genau das die spannendste Entscheidung des Spiels.

Split or Steal

Stehen nach einer Runde zwei Figuren auf demselben Feld, kommt es zum Duell zwischen genau diesen beiden. Beide wählen gleichzeitig und verdeckt zwischen Teilen und Stehlen:

Person APerson BErgebnis
TeilenTeilenbeide +1 Feld
StehlenTeilenA +2, B −2
TeilenStehlenA −2, B +2
StehlenStehlenbeide −2 Felder

Dieselben zwei Personen treffen pro Partie nur einmal aufeinander. Eine einzelne Person kann aber mehrfach in ein Duell geraten, solange die Gegenseite jedes Mal eine andere ist. Start- und Zielfeld, Rutschen und Wettfelder lösen kein Duell aus.

Fragenpools und Varianten

Das Brett und die Bewertung bleiben immer gleich, aber die Fragen lassen sich austauschen:

Drei Tipps

Denk in Grössenordnungen, nicht in Zahlen

Bei „Wie viele Einwohner hat Frankfurt?" ist die Frage nicht, ob es 740'000 oder 760'000 sind. Die Frage ist, ob es Hunderttausende oder Millionen sind. Wer die Grössenordnung trifft, ist fast immer näher dran als jemand, der wild rät.

Der Schieberegler verrät dir etwas

Minimum und Maximum sind nicht zufällig gewählt – die richtige Antwort liegt immer dazwischen. Die Mitte ist erstaunlich oft keine schlechte Wahl, wenn du gar keine Ahnung hast.

Setze niedrig, wenn du führst

Auf einem Wettfeld kurz vor dem Ziel hat der Führende am meisten zu verlieren. Ein Einsatz von 0 oder 1 sichert die Position, während die Verfolger gezwungen sind, Risiko zu nehmen.

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